Update 08.08.2022

In der Mittagspause ist Eddy auch über die Regenbogenbrücke gegangen. Wir haben sie aus ihrem 37Grad warmen Nest rausgeholt und sie war ganz kalt, wollte keine Milch mehr und ist quasi in unserer Hand eingeschlafen. Für uns stimmte bei ihr quasi alles: Trinkverhalten, Pipi, Stuhlgang und trotzdem geht sie über die Regenbogenbrücke, für uns nicht verständlich und deshalb nur sehr schwer zu ertragen. Wir wüssten so gerne „warum“. Es wird Zeit, dass die Saison zu Ende geht …

08.08.2022

Die 3. Welle …

kommt so massiv, das ist nicht mehr zu bewältigen, auch heute steht das Telefon nicht mehr still. Gerade in NRW sind so gut wie alle Station komplett überfüllt, die nächsten heißen Tage rollen an und es kommen alle Altersgruppen, von 2 Tagen bis 7 Wochen aufwärts. Den Findern sagen zu müssen, wir können nicht mehr „helfen“, ist fast unmöglich, zumindest für uns. Es werden turbulente Tage …wir brauchen dringend mehr Päppelstellen oder wir verlieren die Tiere nicht nur im Straßenverkehr oder durch die natürlichen Feinde und die wegfallenden Lebensräume….

Alle Neuzugänge vom 04.08.2022 sind über der Regenbogenbrücke, allerdings aus den unterschiedlichsten Gründen.

Die kleine Ronia hatte von Beginn an weiße Pfotenballen (mangelnde Durchblutung), war sehr inaktiv und insgesamt „zu kalt“. Ein Eichhörnchen in der Hand muss sich für uns Zweibeiner „wärmer“ anfühlen, denn ihre normale Körpertemperatur (im Sommer) liegt bei ca. 38 Grad. Während der Winterruhe senken sie ihre Körpertemperatur auf 37 Grad, um Energie zu sparen. Da Eichhörnchen nicht schwitzen können und sie auch im Sommer „mit Pelz“ rumtoben, regulieren sie ihren Wärmehaushalt über Ruhepausen, vor allem in der Mittags- und Nachmittagszeit, über ihre Pfotenballen und den langen Schwanz. Sie können die Blutzirkulation im Schwanz quasi „steuern“ und damit auch den Wärmeaustausch. Bei Ronia hat das irgendwie nicht mehr funtkioniert, der Kreislauf wollte nicht mehr „anspringen“, sie ist in Ruhe eingeschlafen.

Die drei Minis Max, Moritz und Lotta waren unterschiedlich zu sehen. Moritz hat leider die erste Nacht nicht überstanden, er hat zwar seine Milch geschlabbert, wurde aber immer schwächer. Lotta und Max mussten wir am Samstag beim Nottierarzt über die Regenbogenbrücke gehen lassen. Lotta hatte eine gebrochene Schulter, Max innere Blutungen, keine Chance für die Tiere „groß“ zu werden, also haben wir sie erlösen lassen, sie sollten auf keinen Fall leiden. 4 Hörnchen in 48 Stunden gehen zu lassen tut weh, auch, wenn sie nur sehr kurz bei uns waren, es sind wieder 4 weniger …

Gestern kam noch ein neuer Notfall, der es auch „in sich hat“:. Eddy, ihres Zeichens ein Mädchen, 12 g schwer. Sie ist sehr agil, bewegt alle 4 Gliedmaßen gut, schlabbert, allerdings noch ohne wirklichen „Saugreflex“ die Milch. Sie wurde 1 Tag vom Finder vorbildlich „gepäppelt“, toll und vielen Dank dafür! Wir sind derzeit über jede Unterstützung froh. Ob sie es schafft, steht in den Sternen. Sie braucht selbst viel Kämpferwillen. Sie kann z.B. ihre Körpertemperatur noch nicht selbst halten, das ist ihrem Alter „normal“. Das macht Mama Eichhorn und die Gewister im Kobel. Da sie derzeit „alleine“ ist, muss die Technik in Form von Wärmebett herhalten. Wie können es nur versuchen, wir „arbeiten“ bis zum letzten Atemzug …

Am Sonntag hatten wir auf dem Trödel im Wildwald Vosswinkel unseren Infostand. Obwohl es nur ca. 25 Aussteller waren, war es für uns ein voller Erfolg. Viele Kontakte geknüpft, super interessante Gespräche sowohl mit Ausstellern als auch mit Besuchern. Im nächsten Jahr soll der Trödel um weitere Themen (dieses Jahr nur das Thema Jagd und Reiter), erweitert werden. Wäre schön, wenn wir wieder dabei sein dürften.

Zur Päppelstation Unna

Die 8 Hörnchen im Auswilderungsgehege dürfen am nächsten Wochenende in die Freiheit, es sei denn, das Wetter macht uns ein Strich durch die Rechnung, dann müssten wir noch mal umplanen. Die 8 sind „reif“ für die Freiheit, sie kennen jetzt Regen, Wind, Wespen, die Rufe der Falken usw. und sie sitzen mit Blick auf die Außenfutterstationen, so dass sie auch wissen, wo sie in den ersten Tagen noch was zu fressen finden.

Ihnen nachfolgen werden dann auch am nächsten Wochenende unsere 4 Gebäckstückchen: Hörnchen, Brioche, Quarki und Croissant. Sie „rocken“ durch das Wohnzimmer, die ein oder andere Tapete hängt mal wieder runter, aber das kenne wir ja. Sie sind fit. Der „doppelte Kratzbaum“ ist, wie auch das Laufrad, permanent belegt, sie sprühen vor Lebenskraft und Entdeckertum, es wird Zeit für sie, Neues zu erkunden. Unsere Lilly wird dann in das Residentengehege im Wildwald Vosswinkel wechseln. Sie ist zwar motorisch so weit fit, springt, klettert, aber durch ihr anfängliches SHT (Schädelhirntrauma) nach wie vor erhelblich „langsamer“ als ein gesundes Eichhörnchen. Genau dafür sind Residentengehege geschaffen und sie teilt sich das große Gehege mit einer schönen roten Eichkatze. Auch sie läuft gerne durch das Laufrad und wir hoffen, dass die beiden sich gut verstehen und sich das große Laufrad dann künftig teilen. Wir werden berichten.

Nach der Grundreinigung des Wohnzimmers ziehen dann der 8er-Trupp aus dem Laufstall ins Wohnzimmer. Leider haben wir plötzlich einen Sorgenfall dabei. Wir wiegen die Hörnchen -wenn sie noch unter 4 Wochen sind täglich, über 4 Wochen alle 2-3 Tage (ein 120g Hörnchen auf einer Küchenwaage zum still sitzen zu bringen ist fast unmöglich). Dabei ist uns aufgefallen, dass Maverick bei 122g „stehen“ bleibt. Also kam er in die „genauere“ Beobachtung. Er trinkt gut, zieht sich danach aber recht frühzeitig zurück. Die Gewichtsentwicklung und das frühe Zurückziehen ist bei Eichhörnchen (aber auch bei anderen Haustieren, Degus sind da ähnlich gestrickt) ein „kleines“ Alarmzeichen. Bei der Fütterung heute morgen um 5 Uhr zeigte sich, dass der Urin von Maverick auch verfärbt ist (normalerweise muss bei ihm keine Urinstimulation mehr erfolgen, weil er selbst „Pipi machen kann“, aber er lässt es noch zu, wenn wir das machen). Wir werden mit Urinteststreifen und unserer TA hoffentlich das Problem kurzfristig lösen können, aber es ist mal wieder ein Beispiel dafür, dass man nie „nachlässig“ sein darf. Weder bei Eichhörnchen, noch bei seinen Haustieren. Je früher die Gefahr/Problem erkannt ist, um so besser und einfacher ist die „Lösung“!

Aber jetzt noch ein paar Bilder ….

Update zum 04.08.2022

Die hohen Temperaturen haben uns gestern nachmittag/abend noch 4 Neuzugänge beschert.

„Ronia“ aus Unna-Stadtmitte, die in einem Innenhof aufgefunden wurde. Leider war sie schon sehr kühl und die Pfotenballen schneeweiß, Hinweis auf schlechte Durchblutung. Es ist uns nicht gelungen sie zu retten:

Aus Bönen kamen 3 kleine Nackies, „Max, Moritz und Lotta“, die zumindest einen Flaumansatz haben, also ca. 2 Wochen alt. Die Rückführung ist leider schief gegangen, die Mutter hat sie nicht mehr abgeholt, sie konnten aber auch nicht länger draußen bleiben und mussten versorgt werden. Das haben wir natürlich in Angriff genommen, wenn es auch wieder schlaflose Nächte bedeutet. Das Erfreuliche, alle drei trinken brav ihren ml Milch, eine Gewöhnung an Sauger etc. war quasi nicht vorhanden, sie haben ihn von Anbeginn akzeptiert. Allerdings sind die 3 sehr klein und bekommen mal gerade 26-32g auf die Waage, das ist verdammt wenig. Sie brauchen viel gedrückte Daumen und wenn sie die ersten Tage schaffen, wissen wir immer noch nicht, was ev. durch den Sturz aus der Höhe „innerlich“ noch Probleme bereiten könnte. Aber wir geben sie nicht auf, wir kämpfen, sie müssen nur „mitkämpfen“. Bei einem Hörnchen, das nicht mehr „trinken will“ haben wir keine Chance.

04.08.2022

Die 3. Welle rollt …

Die 3. Welle des Hörnchenjahrs 2022 rollt gerade an. Die hohen Temperaturen tun noch ihr übriges dazu, dass die Hörnchenbabys unter den Dachgiebeln -fatalerweise nach unten – der Hitze flüchten. Die 3. Welle wird aber ohne uns stattfinden, wir bieten natürlich „Erstversorgung“, werden dann aber die Hörnchen an andere Pflegestellen weitergeben. Unser Bestand von 13 Hörnchen ist stabil.

Im Wohnzimmer: „französischen Gebäckstückchen“ mit Hörnchen, Brioche, Quarki und Croissant, dazu noch Lilly, die aus dem Auswilderungsgehege zurück kam und sich toll mit den 4 versteht. Sie macht zwar häufig „ihr eigenes Ding“, in dem sie „stundenlang“ im Laufrad läuft, tobt aber auch mal gern mit den Vieren durchs Wohnzimmer. Die neue 1m-Kratztonne ist für alle Fünf der Hit, da geht es rundherum in atemberaubendem Tempo mit schnellen Richtungswechseln und überraschenden An- und Absprüngen. Ein Video folgt. Für Lilly geht es, wenn die anderen ins Auswilderungsgehege wechseln, ins Residentengehege, in dem derzeit nur die äußerst hübsche rote Eichkatze residiert. Hazel, von einer anderen Pflegestelle, darf am Wochenende in die Freiheit. Im September wird das Residentengehege dann noch von Luke und Dori verstärkt, die aus der Pflegestelle Lippetal kommen und damit ist das Gehege auch schon wieder voll besetzt.

Im Laufstall: Unser „letzter 8er-Trupp“ ist aus der Transporttasche in den Laufstall gewechselt, was es bei der Fütterung allerdings nicht unbedingt einfacher macht. Das ist ein Durcheinander und die Kleinen sind kaum zu halten. Wir sind schon froh, dass wir sie unterscheiden können. Sie entwickeln sich alle prächtig, das Gewicht steigt, bisher keine gesundheitlichen Probleme. Sobald das Wohnzimmer frei ist, dürfen sie dorthin wechseln.

Im Auswilderungsgehege: wartet unser „erster“ 8er-Trupp auf die Freilassung. Die hohen Temperaturen haben uns vorerst Abstand nehmen lassen, aber zum Wochenende soll es ja wieder kühler werden. Spontan mussten wir auch eine größere „Hängematte“ nähen, die bisherige war nur für 4 Hörnchen ausgelegt und bei den hohen Temperaturen wird Nachts lieber in der „Hängematte“ oder im „Naturwollespender“ geschlafen:

Über die Auswilderungen entscheiden wir mitunter spontan und dann geht es für Roxy, Leonie, Medina, Flocke, Dougi, Pinto, Mara & Tweety in die Freiheit. Sie treffen dort eventuell auf Lino und Lina, die wir noch ab und zu an den Futterstationen sehen, die natürlich nach wie vor aufgefüllt werden. Die ersten Tage in Freiheit wollen wir sie noch unterstützen.

Wir hatten so ein bisschen „Bammel“ vor so großen „Gruppenstärken“, aber die Flut an Hörnchen war kaum zu bewältigen. Ein 8er-Trupp braucht für die Fütterung schon mal Zeit, andererseits, es ist nie einer „allein“, eine Bindung an uns ist „da“, aber nicht sehr extrem, sie haben ja „sich“. Egal wo die Mannschaft dann ist, ob Transporttasche, Laufstall oder Wohnzimmer, es ist ein unvergleichliches Gewusel, dem man stundenlang zuschauen könnte. Die ganzen Szenen kann man kaum beschreiben, wenn sie völlig durcheinander „rumliegen“, jeder immer möglichst die beste Schlafposition finden will und eigentlich nie „Ruhe“ reinkommt. Schön sind dann auch so Szenen, wenn sich Hörnchen 1 hinter dem Ohr kratzen will, dann dabei aber Hörnchen 2 im Weg liegt und am Bauch gekratzt wird. Dem gefällt das natürlich nicht und dann gibt es „Geöcke“ & „Gefauche“. Einfach nur herrlich, es ist unser ganz persönlicher Lohn für die „Arbeit“ und unbezahlbar. In den ganzen Jahren des Päppelns haben wir also sowohl die „Scheu“ vor den ganz Kleinen 1-2-Wöchlern, als auch vor so großen Gruppenstärken verloren. Man wächst mit den Aufgaben, man lernt in jeder Saison dazu und wir tun es gerne!

Deshalb wird es für uns langsam Zeit unsere bisher über 4000 Bilder zu sichten (die Anzahl der Aufnahmen ist natürlich bei weitem höher, werden aber immer „groß-„zügig aussortiert), so dass wir schon den ersten Kalender für 2023 in Produktion geben können. Im Vergleich zu Kalendern im Handel, haben wir die Möglichkeit Eichhörnchen zu zeigen, die nicht in Freiheit, sondern in einer Päppelstation aufwachsen, also eben noch „babyhaft-juvenil“ sind. Wir geben die Kalender zum Selbstkostenpreis ab, denn wir freuen uns immer „tierisch“, wenn wir sowohl den Findern, als auch Freunden und Bekannten die Tiere „näher“ bringen können. Insbesondere die Finder freuen sich über einen Kalender von „ihrem“ Fundtier und das ein oder andere Weihnachtsgeschenk ist hier schon „gebucht“.

30.07.2022

Ein Beitrag für „Lilly“

Wer den Blog schon längere Zeit hier verfolgt, wird Lilly kennen. Es gibt interessante Neuigkeiten. Für alle anderen hier eine kurze Zusammenfassung:

Lilly kam mit einem SHT (Schädelhirntrauma) zu uns am 10.05.2022. Nach diversen TA-Besuchen, homöopatischen Mitteln nahm das „Kopfschütteln“ immer mehr ab, es zeigte sich nur noch, wenn sie „in Aufregung“ war. Sie war immer sehr nah „bei uns“, kuschelte sich auch gerne mal in die Armbeuge, ließ sich „knuddeln“ usw., das lassen bei weitem nur wenige Hörnchen zu und das ist ja auch gut so, es sind Wildtiere. Fordern die Tiere das „ein“, bekommen sie es natürlich von uns.

Am 04.07.2022 wechselte sie in das Auswilderungsgehege im Wildwald Vosswinkel, hat sich dort täglich gezeigt, ihre ursprüngliche „Nähe“ zu uns, wurde aber immer weniger. Sie ist vor uns nicht „weggelaufen“, ist aber auch nicht mehr auf uns „rumgeturnt“ oder „gekuschelt“. Für uns ein Zeichen, sie wird zum „Wildtier“, der berühmte Schalter war umgefallen.

Am 26.07.2022 sollte Lilly mit Fee, Lotta, Amelie, Fridolin und Sammy das Gehege in Richtung Freiheit verlassen. Sie, Lilly, ist uns -wie am 27.07.2022 beschrieben – schon 2 Tage vorher aufgefallen, dass sie uns nicht mehr begrüßt und auch nicht mehr im Laufrad gelaufen ist. Wir haben hin und her überlegt, wir haben eigentlich keine Unterbringungsmöglichkeit für fast adulte Eichhörnchen, trotzdem, Lilly ist uns ans Herz gewachsen, wir nahmen sie in der Minitransportbox, die in beiden Autos für Notfälle vorhanden ist, wieder zurück und haben kurzerhand im Badezimmer eine Krankenstation eingerichtet. Sie hatte ordentlich an Gewicht verloren, Durchfall und war nur apathisch. Wir haben gepäppelt, Elektrolyte und andere leckere Sachen gegeben, die die Darmflora wieder aufbauen und siehe da, ab Mittwoch wurde der Kot immer fester und Lilly entsprechend agiler. Am Freitag morgen begrüßte sie uns um 5 Uhr schon am Absperrbrett zum Badezimmer! Sie spielt, sie hat die ursprüngliche Nähe zu uns wieder (!), d.h. wir sind genau an dem Zeitpunkt von vor ein paar Wochen, als wir sie ins Auswilderungsgehege gebracht haben.

Nachdem auch die Kotprobe absolut negativ war, sie auch immer mehr Bewegung einforderte, haben wir sie heute kurzerhand mit ins Wohnzimmer genommen und mit den „französischen Gebäckstückchen“ bekannt gemacht. Von unseren Degus kenne ich, dass Vergesellschaftungen nicht „mal so eben“ funktionieren. Anders bei Lilly. Sie ist so eine Liebe! Man hat sich beschnuppert und man geht seiner Wege. Am Buffet hüpft sie dann auch mal über Brioche, die ihr „im Weg“ sitzt und Brioche bleibt seelenruhig sitzen und frisst weiter. Kommen wir ins Wohnzimmer toben alle 5 auf uns, als hätte es nie ein anderen Zustand gegeben.

Puh, warum wir das so ausführlich schreiben? Es war für uns eine ganz neue Situation. Ein Hörnchen, erst sehr nah bei uns, im Auswilderungegehege wollte es kaum noch was von uns wissen, kommt zurück, ihm wird geholfen und es ist wieder ganz nah bei uns? Schauen wir im Wohnzimmer nur über das Absperrbrett steht Lilly mit beiden Pfötchen vor der Brust da und schaut uns an, also wollte sie sagen „Kommst du rein und spielst mit uns?“ Und ja, natürlich sind wir hier ganz emotional unterwegs. Das wissen wir und wer sich ein bisschen da einlesen möchte, es gibt von Peter Wohlleben ein Buch „Die Gefühle der Tiere“. Man muss es „kristisch“ lesen, es sind viele Gedanken darin, die einen zum „nachdenken“ bringen, ob man sie übernimmt oder folgt, sei jedem selbst überlassen.

Lilly wird jetzt erst mal im Wohnzimmer mit den anderen bleiben. Wenn es für Hörnchen, Brioche, Quarki und Croissant Zeit wird ins Auswilderungegehege zu wechseln, müssen wir entscheiden, was mit Lilly geschieht. Versuchen wir noch mal eine Auswilderung oder geht sie vom Wohnzimmer direkt ins Residentengehege im Wildwald. Wir haben mindestens eine Woche Zeit sie zu beobachten …

27.07.2022

im Wohnzimmer: Hörnchen, Brioche, Croissant, Quarki (Team „französische Gebäckstückchen“)

im Körbchen: Maverick, Penny & Phoenix (Team „Top Gun“), Lucky, ChokDi („Team Kurpark“), Babsi & Bibi, Honey & Pilo

in der Krankenstation: Lilly

Bewegende Zeiten!

Gestern konnten wir die Besatzung des Auswilderungsgeheges in die Freiheit entlassen, leider nicht alle. In den letzten Tagen war uns aufgefallen, dass Lilly sich kaum noch gezeigt hat. Als wir ihren Kobel geöffnet hatten, saß sie recht apathisch darin, ließ sich anfassen, alles andere als ein Wildtier! Nach langem hin und her haben wir dann entschieden, sie wieder zurück in unsere Aufnahmestation zu nehmen, obwohl sie schon fast 12 Wochen alt ist und wir für so fast adulte Hörnchen kein Equipment besitzen, aber wir können improvisieren! Aktuell sitzt sie in der Krankenquarantänestation im Badezimmer und wir versuchen verzweifelt den Durchfall zu stoppen, was uns tatsächlich gelungen ist. Eine Kotprobe bei der TA hat ein positives Ergebnis gebracht, heißt, nichts, gar nichts, keine Kokzidien, keine Giardien, … Es tut uns so leid für Lilly, erklären können wir uns das überhaupt nicht, denn alle anderen 5 Hörnchen zeigten überhaupt keine Symptome. Wir müssen neu überlegen. Wir päppeln sie jetzt im Badezimmer und werden sie dann wahrscheinlich ins Residentengehege im Wildwald einquartieren, da sind derzeit nur 2 Hörnchen, das Gehege viel, viel größer als unser Auswilderungsgehege und wir können Lilly dort beobachten. Die Versorgung des Residentengeheges übernimmt der Wildwald, aber wir unterstützen so gut es geht und arbeiten hier „Hand ind Hand“, das ist toll.

Fee und Fridolin haben recht zügig das Gehege verlassen, Amelie, Sammy und Lotta wollten noch nicht. Wir haben deshalb das Gehege offen gelassen, so dass sie selbst entscheiden konnten, wann sie gehen möchten. Lotta war am nachmittag immer noch in der Hängematte unter dem Dach, hat dann aber auf sanften Druck das Gehege auch verlassen.

„Wir wünschen Euch alles Gute, passt auf Euch auf und wenn Ihr Euch ab und zu noch mal zeigt, freuen WIR, die Pflegeeltern, uns sehr!“

So wie heute, als uns -seit ein paar Tagen Abwesenheit- mal wieder Lina über den Weg lief. Sie nimmt sich aus der Leckerliebox immer was mit, kennt die Außenfutterstation und plündert eifrig das Vogelhäuschen. Allein ihr Schwanz sah schon etwas „gerupft“ aus. Sie ist dann auch der frisch ausgewilderten Fee begegnet, die völlig unbedarft auf sie zugegangen ist. Nach kurzem Nasenbeschnuppern, erkannte man sich nicht und mit ordentlich Gefauche ging man getrennte Wege.

Mit dem Auszug wurden am Montag die 8 Eichhörnchen aus dem Wohnzimmer in die Auswilderungsvoliere „umquartiert“. Das ist gar nicht so einfach, denn wenn die ersten in den Boxen sind, machen die gerne so viel „Rabatz“, dass die noch im Wohnzimmer verbliebenen „hellhörig“ werden. Aber nach ca. 20 Minuten waren die 8 auf 5 Boxen verteilt und fuhren mit dem Hörnchentaxi in den Wildwald. Auch beim „Raus aus den Boxen“ ist jedes Eichhörnchen unterschiedlich. Die einen stürmen quasi sofort raus – sei es aus Panik oder Entdeckerlust – die anderen bleiben sitzen und sitzen und sitzen … Die holen wir dann persönlich ab, setzen sie auf unsere Schulter und geben ihnen erst mal die Sicherheit, dass „WIR“ da sind. Gerne verziehen sich die Ängstlichen dann auch noch direkt unter den Pullover oder hängen in irgendwelchen Ecken und haben am nächsten Tag wahrscheinlich tierischen Muskelkater.

Der nächste Umzug war dann der von Hörnchen, Brioche, Croissant und Quarki ins Wohnzimmer. Der Laufstall war doch jetzt schon etwas knapp für das quirrlige Quartett. Sie durften zwar auch durch das Arbeitszimmer toben, was dann aber wiederrum uns in Stress gebracht hat, weil wir sie permanent von Bilderrahmen, Heizungen, Schreibtisch, Rechner, Kabeln etc. „entfernen“ mussten. Im Wohnzimmer angekommen leben sie sich jetzt gerade ein und wir sind immer wieder erstaunt, wie fit die Hörnchen auch aus einem „kleinen Laufstall“ rauskommen (immerhin 120cm Durchmesser).

Neu hinzugegekommen sind Honey und Pilo, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Honey ist eine „proppere“ Eichkatze, Pilo, der noch sehr auf der Kippe steht, dehydriert, schlecht genährt, abgemagert und kam auch relativ „kalt“ hier an. Wir haben sie direkt zusammen gelegt, so dass Honey Pilo wärmen kann. Das klappt super!

Nach 2 Tagen Quarantäne sind die beiden jetzt bei den anderen 7 in der Tragebox, was ein Gewusel, Nachdem Pilo 2 Tage auf einem guten Weg schien, scheint er sich jetzt auf den Weg über die Regenbogenbrücke zu machen. Wir verstehen es nicht. Er hat ganz langsam zugenommen, getrunken, Pipi & Kaka völlig in Ordnung, das muss irgendwan „inwändig“ sein, das wir nicht sehen. Aber wir kämpfen weiter um ihn, aktuell bekommt er jede Stunde ein bisschen was zu trinken, so schnell geben wir nicht auf.

Und wie wir gerade dabei sind, den Blog zu schreiben, kommt um 23.15 Uhr noch ein Notruf rein, also ab ins Auto. Der kleine Eichkater, ca. 5 Wochen sieht erst mal gut aus, bei näherer Betrachtung hat der linke Hinterlauf kein Gegendruck und keine Reflexe. Wir befürchten, dass er über die Regenbogenbrücke gehen muss, aber das entscheidet dann morgen die TA. Schade, er ist -wie in unseren Augen fast alle Eichhörnchen – ein ganz Hübscher. Auch diese Erlebnisse gehören zu unserem „Hörnchenalltag“. Aber jetzt müssen wir erst mal noch füttern …

23.07.2022

m Wohnzimmer: Roxy, Leonie, Flocke, Medina, Dougi, Pinto, Mara & Tweety

im Laufstall: Hörnchen, Brioche, Croissant, Quarki (Team „französische Gebäckstückchen“)

im Körbchen: Maverick, Penny & Phoenix (Team „Top Gun“), Lucky, ChokDi („Team Kurpark“)

im Körbchen 2: Babsi & Bibi

in Quarantäne: Wicki & Franka (6 Wochen) ==> gehen in die Pflegestelle Neubeckum

in Quarantäne: Hazel ==> geht in die Pflegestelle Ahlen

Alles im Fluß!

Gruppe Wohnzimmer/Auswilderungsgehege:

Die 8 schreiten mit rießigen Schritten voran in Richtung Übersiedelung in das Auswilderungsgehege im Wildwald Vosswinkel. Setzt allerdings voraus, dass die allgemeine Wetterlage es erlaubt die derzeitigen Insassen Lilly, Fee, Lotta, Amelie, Fridolin und Sammy rauszulassen. So lange es so heiß ist, wollen wir ihnen das nicht antun, da sollen sie noch AI genießen können. Die 6 sind alle im Gehege unterwegs, fressen alles ratzekahl leer und scheinen sich über unseren Frühstücklieferungsdienst um 6 Uhr richtig zu freuen. Toll, es war die erste Gruppe, die sich zwar „kannten“, die wir aber „häppchenweise“ ins Auswilderungsgehege gebracht haben. Für uns wieder eine neue Erfahrung, funktioniert. Sie sollen aber definitiv gemeinsam das Gehege verlassen. Wir warten die Wettervorhersagen für das Wochenende noch ab und entscheiden ggfs. kurzfristig.

Ansonsten ist die Gruppe im Wohnzimmer recht friedlich. Ab und zu gibt es mal Gefauche und Gemeckere, aber das darf und soll auch so sein. Sie müssen auch lernen sich gegen andere Argenossen behaupten zu können. Für uns sehr wichtig, Flocke mischt wieder richig mit. Sie tobt, frisst, nimmt gerne wieder eine Milch und zieht sich nicht mehr zurück. SIE ist die eigentliche „Bremse“ bei dem Umzug, aber sie ist so tapfer und sie kämpft und in der Gemeinschaft mit den anderen wird sie es schaffen. Sie als Einzige „zurücklassen“ ist für uns keine Option. Sie gehört in die Gruppe, wir denken, das weiß sie auch.

Team Top Gun
Maverick, Penny und Phoenix nehmen konstant zu, ihr Tagesablauf besteht aus Milchaufnahme und Schlafen, mehr ist noch nicht drin. Wenn wir mal Bilder machen wollen, gibt es schon Gemecker ….

Team Kurpark Unna
Vor 2 Tagen kamen noch 2 Eichkater aus dem Kurpark Unna zu uns. Sie stehen leider noch auf der „Kippe“. Einer von den Beiden „ChokDi“ (thailändisch für Glück) hatte Fliegeneier im Mäulchen und an diversen anderen unzugänglichen Stellen. Ob wir alle entfernt haben, wissen wir nicht, das werden die nächsten Tage zeigen. Sein Bruder Lucky war davon nicht betroffen, dafür blutet er aus dem Mäulchen. Nach einer entsprechenden Wartezeit haben wir die beiden Gruppen „Kurpark Unna“ und „Top Gun“ „zusammengeworfen“. Sie sehen ja alle noch nichts, von daher, fröhliches, blindes Beisammensein.

Team französische Gebäckstückchen
Die Vier – Hörnchen, Brioche, Quarki und Croissant -, werden sehr froh sein, wenn das Wohnzimmer geräumt, gesäubert und neu mit Decken und Holzkobeln bestückt ist, denn es drängt sie nach vorwärts-oben. Wie schon angedeutet, haben wir von einer Arbeitskollegin einen Katzenkratzbaum bekommen, quasi nagelneu, den die Katzen aber nicht haben wollten. Was sollen wir sagen, die Hörnchen haben ihn „besetzt“, das Ding ist echt der Renner. Toll, schön, das ist auch eine Art von „Nachhaltigkeit“ und Nicole ein ganz, ganz großes Dankeschön!!!

Gleichzeitig kam noch Babsi aus Schwerte an, auch 3 Wochen, aber sehr klein. Für uns ist es immer schwierig, das Alter an Hand von mündlichen Beschreibungen oder Fotos zu beurteilen. Letzteres ist zwar schon gut, aber, es gibt wie bei den Menschen „groß und klein“, davon darf man sich nicht täuschen lassen. Eine weitere 3-Wochen Fellnase wurde uns angekündigt und ist hier gelandet, „Bibi“. Auch die beiden, erst Quarantäne, dann Zusammenführung zu der Gruppe TopGun und Team Kurpark. Hier besteht allerdings ein Altersunterschied von ca. 1-2 Wochen, den dürften sie aber schnell kompensiert haben.

In der Zwischenzeit ist auch noch Hazel aus dem Kirchplatz in Unna, ca. 6 Wochen, gut genährtn eingetroffen. Sie plagt eine deben Blasenentzündung. Nach der Erstversorgungsurlaub kommt sie zu Jasmin nach Ahlen …

Weitere Entwicklung:
Jetzt müssen wir mal in eigener Sache „plaudern“ – ich weiß, heute sollte es nicht so viel Text geben, aber der Blog wird immer „nebenher“ weitergeschrieben, es soll ja nichts unter die berühmten „Räder“ kommen. Wir haben entschieden, dass wir nach der Gruppe „3/4Wöchler“ mit TopGun Lucky, Chokdi, Babsi & Bibi und allem, was da noch an Kleingemüse eintrudelt, für dieses Jahr „Schluss“ machen. Natürlich ist das Notruftelefon weiterhin geschaltet, wir nehmen Tiere an, machen die Erstversorgung, aber wir „päppeln sie nicht durch“ bis zur Auswilderung. Das hat mehrere Gründe. Zum einen sind wir „platt“, zum anderen soll unsere Auswilderungsvoliere im September/Oktober „überarbeitet“ werden, d.h. da dürfen keine Hörnchen drin sein. Bedeutet, die aktuellen 3 Wöchler dürfen die Voliere noch „genießen“ aber dann ist Schluss, dann braucht das Team des Wildwaldes auch ein bisschen Zeit um das Gehege zu renovieren/verbessern und wir Zeit zum durchschnaufen. Und, natürlich, das schlechte Gewissen bleibt so ein bisschen …

18.07.2022

im Wohnzimmer: Roxy, Leonie, Flocke, Medina, Dougi, Pinto, Mara & Tweety

im Laufstall: Hörnchen, Brioche, Croissant, Quarki (Team „französische Gebäckstückchen“)

im Körbchen: Maverick, Penny & Phoenix (Team „Top Gun“)

in Quarantäne: Wicki (6 Wochen)

Flocke zurück im Wohnzimmer!
Nach allem hin und her, mehreren Tierarztbesuchen, Röntgenbildern; Kotproben etc. ist Flocke wieder zurück im Wohnzimmer bei ihrer alten Truppe. Es waren aufregende Tage, für Flocke und für uns. Sie wiegt aktuell kaum mehr als 100g. Das eigentliche Problem wurde nicht gefunden. Eine Behandlung mit Kortison hat es bisher soweit verändert, dass sie wieder frisst und auch nichts mehr ausbricht, zumindest haben wir es nicht mehr beobachtet. Sie ist aktiv, aber noch lange nicht so wie früher. Der Aufenthalt auf der „Krankenstation“ in einer XXL Hundetransportbox hat ihr natürlich nicht so gut gefallen, aber es musste sein, wir mussten sie „schnell greifbar“ haben, da wir bei den Tierärzten immer nur „dazwischenrutschen“ konnten, auch die Tierärzte machen mal Urlaub. Nachdem sie wieder begonnen hatte zu fressen, der Kot ohne Befund war, haben wir uns entschlossen, sie wieder ins Wohnzimmer zurückzubringen. Wir hoffen, dass ihr die Gesellschaft gut tut und sie dort wieder schnell auf die „Pfoten“ kommt. Ob sie es packt, ist jetzt überwiegend ihre Aufgabe. Sie muss fressen und den Gewichtsverlust von fast 40g wieder reinholen. Sie bekommt die Zeit, die sie braucht. Es wäre so schön, wenn sie mit den anderen 7 ins Auswilderungsgehege wechseln könnte, noch schöner wäre, wenn wir wüssten, was passiert war. Sie war schon 3 Wochen bei uns und schon 1 1/2 Wochen im Wohnzimmer. Es wird uns ein Rätsel bleiben, aber es ist uns auch eine Lehre: alle Tiere, auch wenn sie fit im Wohnzimmer unterwegs sind, immer schön beobachten, allen Auffälligkeiten sofort hinterhergehen. Auch wenn sie es ins Wohnzimmer „geschafft“ haben, sind sie noch lange nicht „auswilderungsfähig“, es kann noch viel passieren. Drücken wir der kleinen Kämpferin die Daumen!

Und wo wir gerade beim Wohnzimmer sind. Die restlichen Hörnchen sind fit, toben ausgelassen, die ersten Hörnchen erkunden das Laufrad und binnen 1/2 Stunde haben sie das am Abend gereinigte und aufgeräumte Wohnzimmer neu dekoriert: mit Sonnenblumenspelzen, umgeworfenen Tipis, versteckten Nussstückchen, atomisierten Maiskolben, Milchgeklecker (natürlich wird das Mäulchen nach dem Milchgenuss ordentlich an den Fleecedecken abgewischt), geschredderter Pinienrinde usw., usw. so sind sie, unsere temporären Haustiere. Aber alle lieb und liebenswert. Wir erfreuen uns jeden Tag und wenn die Stimmung so bleibt undsie noch 1-2 Wochen (abhängig jetzt nicht mehr von Pinto, dem „Jüngsten“, sondern von Flocke der „Leichtesten“) im Wohnzimmer durchhalten, wäre das toll. Alle zusammen ins Auswilderungsgehege und dann in die Freiheit zu entlassen, wo sie sich gegenseitig unterstützen können, ist unser derzeitiges Ziel.

Team „französische Gebäckstückchen“
Jeden Tag denken wir, die sind schon wieder über Nacht gewachsen! Gerade wenn man die Entwicklung von einem 2-Wochen-Hörnchen zu einen 6-Wochenhörnchen miterleben darf, wundert man sich, was die Natur und vor allem die Eichkatzen leisten müssen um vier hungrige Mäulchen und das eigene Mäulchen zu stopfen. Sie sind alle vier fit und aktiv, toben in ihrem Laufstall und nach der Fütterung lassen wir sie hier im Arbeitszimmer noch eine Runde „rennen“. Heute abend gab es noch ein Highlight, wir haben eine „Katzen-Kratzbaumspende“ von Nicole bekommen. Der Kratzbaum ist nagelneu, wurde von Nicoles Katzen aber ignoriert, also hat sie ihn uns kurzerhand gespendet und dazu noch ein nicht angenommenes Katzennest. Toll, vielen, vielen Dank!! Wir dachten bei der Fütterung um 21.00 Uhr, dass der Kratzbaum noch erobert wird, aber die Vier waren einfach zu müde. Milch getrunken und in der Hand eingeschlafen, keine Energie für Neuentdeckungen. Die Bilder liefern wird dann im nächsten Blog nach.

Team „Top Gun“
Neu hinzugekommen sind am Samstag das Team „Top Gun“ von Christiane, Pflegestelle Lippetal: 3 Geschwister (2xw „Penny“ & „Phoenix“, 1xm „Maverick“), ca. 3 Wochen alt, also gerade mal der Rücken und Pfoten befellt, Augen und Ohren zu, aber hungrig. Christiane hat schon „vorgearbeitet“ und die Drei sind „saugergängig“, will heißen, sie haben den Sauger akzeptiert und bekommen jetzt alle 3 Stunden ca. 2ml leckere Milch. Wenn das nicht schnell genug geht oder einer der Dreien zu lange „alleine“ liegt, machen sie sich lautstark bemerkbar, da klingeln schon mal unsere Ohren.

Team „Wildwald Vosswinkel“
Vor einer Wochen haben wir Amelie, Fridolin und Sammy noch zu Fee, Lilly und Lotta ins Außengehege gebracht. Die drei „Neuen“ haben wir sehr selten gesehen und hatten uns für dieses Wochenende vorgenommen ev. die Kobel zu öffnen um zu sehen, ob es ihnen gut geht. Brauchten wir aber nicht. Am Wochenende waren alle 6 im Gehege aktiv, sind rumgetobt, haben sich über die grünen Haselnüsse von Elke gefreut. Zufälligerweise hatten wir auch noch 2 grüne Tannenzapfen gefunden. Eine absolute Delikatesse für Eichhörnchen, die sie auch gleich an sich gerissen haben. Dafür lässt man dann auch mal die Wassermelone links liegen. Für uns immer erstaunlich: die Natur hat da einiges in den Genen mitgegeben. Woher wissen die Eichhörnchen, dass grüne Haselnüsse und grüne Tannenzapfen für sie genießbar sind? Auch Fliegenpilze, Koniferensamen (beides für den Menschen giftig) können sie ohne Schaden fressen. Woher wissen sie das?? WIR haben ihnen das bestimmt nicht beigebracht. Leider schaffen wir es kaum von dem Auswilderungsgehege Bilder mitzubringen. Durch das dichte Blätterdach über dem Gehege ist es so dunkel, dass wir mit Blitz oder mit zusätzlicher Beleuchtung arbeiten müssten und für lange Belichtungszeiten sind die 6 einfach zu „unruhig“. Das ist der Nachteil des Blätterdachs, andererseits, bei 36-40 Grad am Dienstag sind wir froh darum, wir wissen unsere Hörnchen im kühlen Schatten und müssen uns keine Sorgen machen.

So nebenbei haben wir auch noch Eichhörnchen „Hazel“, ca. 1 Jahr alt, aufgepäppelt aber bisher noch nicht ausgewildert in das Residentengehege gebracht. Hazel kennt nur die heimische Wohung und keine Artgenossen, muss sich aber diesbezüglich ordentlich umstellen. Das kann der Eichkater jetzt in der Residentenvoliere des Wildwaldes Vosswinkel. Ob und wann er in die Freiheit entlassen wird, können wir aktuell noch nicht sagen, da müssen wir „seine“ Entwicklung abwarten.

Versorgungslage
Während unser Vereinsmitglied Gerhard schon mitgeteilt hat, dass sein Baumhaselbaum gut trägt, die Maisfelder in die Höhe schießen, wir tatsächlich selbst schon „grüne Bucheckern“ (auch so eine Hörnchendelikatesse) gesammelt haben, geht uns jetzt tatsächlich die Milch aus. Wir verwenden FoxValley aus den USA und da gibt es Lieferschwierigkeiten. Super, genau das, was uns jetzt noch in der Sammlung gefehlt hat. Andererseits tragen wir uns mit dem Gedanken, dass nach Team „Top Gun“ für uns dieses Jahr Schluß ist, eine komplette Eichhörnchensaison bei voller Berufstätigkeit schaffen wir einfach nicht. Wir brauchen Zeit zum durchatmen, der Urlaub hat sich angestaut, die Wohnung muss renoviert werden (unmöglich mit Farbe rumzuklecksen, wenn die geruchsempfindlichen Tiere hier wohnen) und eine Winterrenovierung bei den zu erwartenden Energiepreisen schadet dem Geldbeutel erheblich. Für Notfälle sind wir natürlich offen, die werden wir „bearbeiten“, aber selbst nicht mehr bis zur Auswilderung aufpäppeln, sondern an andere Pflegestellen abgeben. Außerdem soll unser Auswilderungsgehege im September/Oktober renoviert und verbessert werden, da können wir dann keinen „Hörnchenbefall“ gebrauchen. Schauen wir mal, ob das klappt, da müssen wir selbst auch sehr tapfer sein/werden.

Und während wir diesen Blog schreiben, kommt um 23.45 ein Notruf rein. Kleines Eichhörnchen, schwach, Finderin ist Mutter eines Babys, nicht mobil. Was machen wir? Wir holen das Eichhörnchen natürlich. Dadurch verschieben sich die Fütterungen von 0 Uhr und 3 Uhr nach hinten. Wird eine kurze Nacht. Das geht mal, auf Dauer ist das einfach nicht zu stemmen. Die kleine „Wicki“, weiblich, ca. 6 Wochen, Flohhotel, sehr mager, weiße Pfotenballen, braucht gedrückte Daumen. Sie bekommt mit Team TopGun um 3 Uhr noch mal Elektrolyte und heute dann die erste Milch. Sie muss jetzt auch kämpfen, ums überleben …

Update 13.07.2022

Trotz TA-Besuch können wir Flocke wahrscheinlich nicht retten. Die eigentliche Ursache wurde nicht gefunden, wir arbeiten gegen die Symptome, während sie immer schwächer wird. Wir sind aber bei ihr, sie ist nie alleine, ist immer irgendwo in der Nähe bei uns, ggfs. in der Babytragetasche, damit sie uns spürt.
Es sind die Momente, die uns ans „Aufhören“ denken lassen. Klar, wissen wir, dass wir nicht alle retten können, aber hätten wir, bei weniger Eichhörnchen in der letzten Zeit, vielleicht früher das Problem von Flocke erkennen können? Hätten wir früher handeln können oder wäre es genauso „untergegangen“, weil man „glaubt“ ein Eichhörnchen, das problemlos fast 3 Wochen in der Station gepäppelt wurde über den Berg ist? Im Gegenzug, sollen wir Jugendlichen, die ein verletztes Eichhörnchen in ihr T-Shirt oder einen aus dem Altpapiercontainer gezogenen Karton gepackt haben, ins Gesicht sagen, dass wir das Tier nicht aufnehmen, weil unsere Kapazitäten erschöpft sind? Definitiv NEIN! Der aktuelle Fall zeigt uns aber wieder mit der „Nudelrolle“: bevor wir die Tiere nicht im Wildwald Vosswinkel in die Freiheit entlassen, sind sie nie „über dem Berg“. Von Mangelhörnchen wissen wir das, sie müssen sehr langsam an Länge und Größe wachsen, damit die inneren Organe „mitwachsen“ können, das ist oft schon schwierig genug. Aber dass eigentlich fitte Eichhörnchen, wie Flocke, auch noch Probleme und zwar lebensbedrohliche Probleme entwickeln könnnen, hatten wir bisher nur im Fall Sweety mit Harngries, und es lässt uns „erschauern“, es ist wieder eine neue Dimension, die uns unendlich Kraft kostet. Andererseits, jedes Tier das wir retten, ist ein Tier mehr in der Natur, das vielleicht Nachwuchs zeugt und den Bestand aufrecht erhält.

Da wir aktuell nicht wissen, was Flocke hat, haben wir sämtliche Besuchstermine gestrichen. Nicht für uns, sondern zum Wohle der Tiere und wir hoffen, dass unsere Finder, denen wir das Besuchsrecht immer einräumen, Verständis dafür haben. Aber für uns steht das Wohl der Hörnchen immer an erster Stelle … und noch lebt Flocke, wir geben sie erst auf, wenn sie den letzten Atemzug getan hat ….

Bilder folgen in ein paar Tagen … aktuell einfach nicht drin …

12.07.2022

Es hätte so schön bleiben können …

Leider ist dem nicht so. Aktuell haben wir immer noch unsere 12 Hörnchen, aber …

Am Montag erreichte uns ein kleines Eichhörnchen, ca. 4 Wochen, sehr dürr und wir haben sie „Eclaire“ getauft, weil sie unseren „Französischen Gebäckstückchen“ Hörnchen, Brioche, Croissant und Quarki zugeordnet werden sollte. Leider hat sie die erste Nacht nicht überstanden und ist jetzt im Wildwald begraben. Schlimm an der Sache war für uns, dass sie immer und immer wieder lautstark nach der Mutter gerufen hat, Milch wollte sie nur in Minimengen und bei dem Rufen merkte man, wie verzweifelter und wie weniger kraftlos das Rufen wird. Das tut weh, das geht unter die Haut, wenn man dem kleinen Lebewesen von 75g nicht helfen kann.

Am gleichen Tag merkten wir, dass Flocke, ein Hörnchen das schon längst über dem Berg „schien“, plötzlich alles erbricht, sogar Wasser und Elektrolyte. Ein TA-Termin um 18.30 Uhr zu bekommen, war nicht möglich, einen Notdienst unter der Woche gibt es nicht. Also versuchen wir Flocke über die Nacht zu bringen. Morgen haben wir einen TA-Termin, wir können nur bangen und hoffen, wir haben keine Ahnung was los ist….